Mittwoch, 11. Mai 2011

NGOs aus drei Ländern appellieren an Andritz&Co: Keine Vernichtung Amazoniens durch Beteiligung an Belo Monte!

Anfang 2011 unterzeichneten die österreichische Andritz, die schweizerische Alstom Power und die deutsche Voith Lieferverträge für die technische Ausstattung des höchst umstrittenen Staudammes Belo Monte im brasilianischen Amazonas. Jetzt wächst der Widerstand: Zahlreiche schweizerische, deutsche und österreichische NGOs warnen in einem heute an die drei Unternehmen versendeten Appell: Das Megaprojekt vertreibt rund 40.000 Menschen, zerstört ein einzigartiges Ökosystem und verletzt Menschenrechte. Daraus Profit zu schlagen ist unmoralisch!

Die brasilianische Regierung gab letztes Jahr grünes Licht für den Bau des weltweit drittgrössten Wasserkraftwerks Belo Monte am Xingu-Fluss im brasilianischen Amazonas. Andritz, Alstom und Voith unterzeichneten im Februar und März dieses Jahres Lieferverträge für Turbinen, Generatoren und andere technische Ausstattung lukriert (Alstom EUR 500 Mio., Andritz EUR 350 Mio., Voith EUR 443 Mio.) mit dem brasilianischen Konsortium „Norte Energia“, das Belo Monte realisieren soll. „Die europäischen Unternehmen haben Millionenaufträge lukriert und sind damit in die Vernichtung eines einzigartigen Ökosystems und die Zerstörung der angestammten Lebensweise der indigenen Völker des Xingu involviert. Belo Monte bringt für die Betroffenen Leid und Zerstörung. Dass europäische Konzerne hier mitmachen ist eine Schande!“ so Herbert Wasserbauer von der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar.

Anfang April hatte die Interamerikanische Menschenrechtskommission (IACHR) die brasilianische Regierung aufgrund menschenrechtlicher Bedenken unmissverständlich aufgefordert, den Lizenzierungsprozess für Belo Monte umgehend auszusetzen und einen unverzüglichen Baustopp zu verhängen.

Pax Christi Burgenland unterstützt die Betroffenen vor Ort in ihrem gewaltlosen Widerstand gegen das Projekt. „Man kann nicht einfach um des Geldes willen Tausende von Menschen ins Abseits schicken", bekräftigte der aus Österreich stammende Bischof der Prälatur Xingu und Freund der Dreikönigsaktion Dom Erwin Kräutler unlängst seine Kritik am Projekt.

Gemeinsam mit 51 anderen Organisationen und Dachverbänden aus Österreich, Deutschland und der Schweiz fordert Pax Christi Burgenland heute die Andritz AG in einem Schreiben auf, von einer Beteiligung an der Errichtung von „Belo Monte“ Abstand zu nehmen. Der gleiche Appell erging an Voith und an Alstom Power.

Hier können Sie die Appelle nachlesen:

Brief an Andritz AG
Brief an Alstom Power
Brief an Voith Hydro Holding GmbH & Co. KG


Bischof Erwin Kräutler berichtete und predigte auf der Vollversammlung der Brasilianischen Bischofskonferenz in Aparecida zu Belo Monte:
Kathweb, 11.05.2011
Kräutler: Im Amazonasgebiet auch heute noch "Kreuzigungen"
Bischof von Altamira-Xingu: Brasilien verletzt mit Megaprojekt Belo Monte Rechte indigener Völker - Unter Regierung Rousseff keine Verbesserungen